PRAXIS JENNIFER HASELBACH · KELKHEIM

Körperliche Beschwerden ohne klare Ursache – wenn der Körper reagiert

Viele Menschen leben über Jahre mit Beschwerden, ohne eine klare medizinische Erklärung zu bekommen. Manchmal sind alle Befunde „unauffällig“. Manchmal heißt es: „Stress.“ Und doch bleibt das Symptom.

Das Entscheidende: Diese Beschwerden sind nicht eingebildet. Und sie sind auch nicht automatisch „nur psychisch“. Aber: Der Körper kann Symptome entwickeln, wenn innerlich etwas über längere Zeit nicht verarbeitet werden kann.

Viele Symptome sind real – auch wenn nichts „gefunden“ wird

Typisch sind zum Beispiel:

  • Migräne oder wiederkehrende Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen oder Verspannungen ohne klare Ursache
  • Magen-Darm-Beschwerden, Reizdarm, Übelkeit
  • Herzklopfen, Engegefühl, Atemprobleme
  • Schlafstörungen, innere Unruhe
  • Erschöpfung, diffuse Schmerzen, „nicht belastbar“

Das Entscheidende: Diese Beschwerden sind nicht eingebildet. Und sie sind auch nicht automatisch „nur psychisch“. Aber: Der Körper kann Symptome entwickeln, wenn innerlich etwas über längere Zeit nicht verarbeitet werden kann.

Warum der Körper manchmal übernimmt

Unser Nervensystem ist darauf ausgelegt, Belastung zu bewältigen. Kurzfristiger Stress ist normal. Kritisch wird es, wenn:

  • Stress dauerhaft wird
  • Gefühle nicht reguliert werden können
  • Konflikte innerlich feststecken
  • oder Erfahrungen zu überwältigend waren

Dann sucht der Organismus nach einem Ausweg. Nicht bewusst, nicht geplant – sondern als Schutzmechanismus. Körperliche Symptome können in solchen Situationen eine Form sein, mit innerer Überforderung umzugehen.

Manchmal ist der Körper dann wie ein „Übersetzer“: Er zeigt etwas, das emotional (noch) nicht greifbar ist.

„Ich habe doch kein Trauma“ – und trotzdem reagiert der Körper

Viele Menschen verbinden Trauma nur mit extremen Ereignissen. In der Praxis zeigen sich aber häufig auch andere Formen von Überforderung, die langfristig Spuren hinterlassen:

  • anhaltender Druck in der Kindheit oder Familie
  • emotionale Vernachlässigung
  • ständige Anspannung, Konflikte, Unberechenbarkeit
  • Grenzverletzungen, Überforderung, Ohnmacht
  • Erfahrungen, die damals „zu viel“ waren – auch wenn sie später klein geredet wurden

Nicht jedes Trauma ist bewusst erinnerbar. Aber der Körper erinnert sich oft über Spannung, Schmerzen, Schlaf, Erschöpfung oder Alarmzustände.

Wenn Symptome immer wiederkommen – typische Muster

Viele Betroffene berichten, dass Beschwerden:

  • in bestimmten Situationen stärker werden (z. B. Konflikte, Überlastung, Nähe/Distanz)
  • „ohne Grund“ auftreten, aber rückblickend doch Zusammenhänge zeigen
  • medizinisch nicht erklärbar sind oder sich „nicht passend“ anfühlen
  • kurzfristig besser werden und dann wiederkehren

Das kann extrem frustrierend sein – und führt oft zu einem Kreislauf aus: Untersuchungen → kurzfristige Hoffnung → Enttäuschung → Selbstzweifel → neue Anspannung.

Was psychotherapeutische Begleitung hier leisten kann

Psychotherapeutische Begleitung ist dann sinnvoll, wenn:

  • Symptome anhalten oder immer wiederkehren
  • medizinische Ursachen ausgeschlossen oder ausgeschöpft sind
  • Sie spüren, dass Stress, Beziehungsthemen oder alte Muster eine Rolle spielen könnten
  • Sie nicht nur „funktionieren“, sondern verstehen und verändern möchten

In meiner Arbeit geht es nicht darum, körperliche Symptome wegzudiskutieren. Es geht darum, Zusammenhänge sichtbar zu machen und innere Regulation wieder aufzubauen.

Das ist oft der Punkt, an dem echte Entlastung möglich wird – nicht nur im Kopf, sondern spürbar.

Warum reine Einsicht oft nicht reicht

Viele Menschen verstehen sehr viel. Sie können ihre Geschichte erzählen, Muster benennen und Zusammenhänge erklären – und trotzdem bleibt der Körper im Alarmzustand.

Das liegt daran, dass manche Prozesse nicht über Denken gelöst werden, sondern über:

  • Nervensystem-Regulation
  • emotionale Verarbeitung
  • Sicherheit im Erleben
  • und manchmal körperorientierte Zugänge

Wenn der Körper mit im Boot ist, kann Veränderung schneller greifbar werden.

Die Brücke: Körper & Psyche gemeinsam

Gerade bei psychosomatischen Beschwerden und körperlichen Symptomen ohne klare Ursache kann eine Kombination aus Gespräch und körperorientierter Arbeit besonders sinnvoll sein.

In meiner Praxis biete ich dafür – in Kooperation mit einer osteopathischen Kollegin – eine ganzheitliche Methode an, in der psychotherapeutische Begleitung und osteopathische Behandlung zeitgleich stattfinden.

Viele Menschen erleben dadurch, dass sich „alte gespeicherte Konflikte“ im Körper spürbar lösen oder bearbeiten lassen – oft näher am Kern als in reinem Gespräch.

Ganzheitliche Traumatherapie (Körper & Psyche)

Für wen diese Seite besonders relevant ist

Diese Inhalte sind vor allem dann passend, wenn Sie sich in einem oder mehreren Punkten wiedererkennen:

  • Sie haben körperliche Symptome, aber keine klare Ursache
  • Sie sind innerlich dauerhaft angespannt oder erschöpft
  • Sie haben das Gefühl, „da steckt mehr dahinter“, können es aber nicht benennen
  • Sie haben bereits vieles ausprobiert – ohne nachhaltige Veränderung
  • Sie erleben, dass Konflikte, Beziehungen oder Vergangenheit Ihren Körper beeinflussen

Wie der Einstieg aussieht

Der Einstieg erfolgt über ein Erstgespräch. Dieses dauert 90 Minuten und dient der Orientierung:

  • Was zeigt sich körperlich – und in welchem Kontext?
  • Welche Belastungen spielen möglicherweise eine Rolle?
  • Welcher Rahmen ist sinnvoll: Psychotherapie, Traumatherapie oder die ganzheitliche Methode?

Hinweis

Diese Seite ersetzt keine medizinische Abklärung. Bei neuen, akuten oder unklaren Symptomen sollte immer eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Weiterführend

Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, finden Sie hier die passenden Seiten:

FAQ

Häufige Fragen – kurz beantwortet.

Sind körperliche Beschwerden ohne Ursache „nur psychisch“?
Nein. Die Beschwerden sind real. Wenn medizinisch keine klare Ursache gefunden wird, kann es sinnvoll sein zu prüfen, ob Stress, Nervensystem und innere Belastungen eine Rolle spielen.
Warum reagiert mein Körper, obwohl ich mich „eigentlich okay“ fühle?
Der Körper kann Anspannung und Überforderung speichern – auch wenn sie bewusst nicht als Gefühl wahrnehmbar ist. Symptome können ein Signal des Nervensystems sein.
Ist das automatisch psychosomatisch?
Nicht automatisch. Wichtig ist eine medizinische Abklärung. Wenn diese ausgeschöpft ist und Symptome bleiben, kann eine psychotherapeutische Einordnung sinnvoll sein.
Welche Rolle spielt Trauma dabei?
Trauma kann auch durch langanhaltende Belastungen oder familiäre Prägungen entstehen. Der Körper kann darauf mit Alarmzuständen, Schmerz oder Erschöpfung reagieren.
Wie kann Therapie helfen, wenn das Symptom körperlich ist?
Therapie kann helfen, Zusammenhänge sichtbar zu machen, Regulation aufzubauen und innere Konflikte zu bearbeiten. Das kann körperliche Symptome indirekt entlasten.
Was ist, wenn ich schon viel verstanden habe, aber es ändert sich nichts?
Dann kann es sein, dass es nicht um mehr Einsicht geht, sondern um Verarbeitung und Regulation. Gerade körperorientierte Zugänge können dann hilfreich sein.